Jahr des Gorillas 2009

 

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Gorillas gehören zu den Menschenaffen (Hominidae). Mit bis zu 200 kg Lebendgewicht bei den ausgewachsenen Männchen (= „Silberrücken“) und einer Größe von bis zu 1,75 cm sind sie die größten lebenden Primaten.

Die Gattung Gorillas umfasst zwei Arten, den Westlichen Gorilla (wissenschaftlicher Name: Gorilla gorilla) und den Östlichen Gorilla (Gorilla beringei). Bei den Westlichen Gorillas unterscheidet man zwei Unterarten, die Westlichen Flachland-Gorillas und die Cross-River-Gorillas; bei den Östlichen Gorillas neuerdings drei Unterarten: den bekanntesten aller Gorillas, den Berggorilla, sowie den Bwindi-Gorilla und den Grauergorilla (Bestandszahlen und Bedrohung s. Tabelle unten). Die Bwindi-Gorillas waren bislang den Berggorillas zugeordnet. Die Fachliteratur nennt meist einen Gesamtbestand für Berggorillas von circa 720 Tiere, der die Bwindi-Gorillas beinhaltet (s. a. Tabelle).

Die Westlichen Gorillas sind etwas kleiner und haben eine graubraune Fellfarbe, die am Kopf manchmal in eine rotbraune Färbung übergeht. Die Östlichen Gorillas sind stämmiger und besitzen ein schwarzes Fell. Gorillas sind – im Gegensatz zu Schimpansen – friedliche Pflanzenfresser, die in Familiengruppen von vier bis acht Tieren (beim Westlichen Gorilla) bis zu 20 Tieren (bei Berggorillas) leben. Ihre Hauptnahrung besteht aus Blättern, Stängeln und Früchten.

Während die Östlichen Gorillas „nur“ die zweithöchste Bedrohungsstufe auf der Roten Liste der IUCN innehaben, sind die Westlichen Gorillas als akut vom Aussterben bedroht eingestuft (s. Tabelle). Dies bedeutet, dass ein Bestandsrückgang um mehr als 80 Prozent innerhalb von zehn Jahren bzw. drei Generationen stattgefunden hat oder droht, bedingt durch Lebensraumschwund, Jagd und Krankheiten.

Art

Unterart

Verbreitung

Bedrohung

Bestand

Westlicher Gorilla

(Gorilla gorilla)

Westlicher Flachland-
gorilla

(Gorilla g. gorilla)

Angola, Äquatorialguinea, Gabun, Kamerun, Kongo, Zentralafrikanische Republik

Vom Aussterben bedroht

(„Critically Endangered“)

Ca. 200.000 Tiere

(Stand: 2008)*

 

Cross-River-
Gorilla
(Gorilla g. diehli)

Grenzgebiet zwischen Kamerun und Nigeria

Vom Aussterben bedroht

(„Critically Endangered“)

250-300 Tiere (in 9-11 Populationen zersplittert)

Östlicher Gorilla

(Gorilla beringei)

Berggorilla

(Gorilla b. beringei)

Demokratische Republik Kongo, Ruanda, Uganda

Bedroht

(„Endangered“)

Ca. 380 Tiere in 28 Gruppen (Stand: 2006)

 

Bwindi-Gorilla

(Gorilla b. bwindi)

Demokratische Republik Kongo, Südwesten Ugandas

Bedroht

(„Endangered“)

Ca. 300 Tiere in 30 Gruppen

(Stand 2008)

 

Grauer-Gorilla

(Gorilla b. graueri)

Demokratische Republik Kongo

Bedroht

(„Endangered“)

5.000-10.000 Tiere

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

* Im August 2008 wurden im Norden der Republik Kongo erstmals Gorilla-Zählungen durchgeführt. Die Dichte ließ auf rund 100.000 neuentdeckte westliche Flachlandgorillas schließen. Diese Zahl würde den bisher angenommenen Gesamtbestand dieser Unterart quasi verdoppeln. Eventuell ist die Zahl zu optimistisch, aber zumindest hat sich die Überlebenschance dieser Unterart durch die neu entdeckte Population deutlich erhöht.

Berggorilla, Ruanda

 

Grauer-Gorillas, Kongo

 

Westlicher Flachlandgorilla, Kamerun

Fotos: Ian Redmond, Limbe Wildlife Centre